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Waltrop: 1011 Brasilien - Ist die Demokratie am Ende? Droht ein tropischer Faschismus unter Bolonaro?
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Brasilien - Ist die Demokratie am Ende? Droht ein tropischer Faschismus unter Bolonaro?

Seit 29 Jahren ist Brasiliens neuer Präsident Jair Messias Bolsonaro (ehemaliger Hauptmann der Armee und Befürworter von Folter) Abgeordneter einer kleinen ultrarechten Partei (PSL). Seit seinem Wahlsieg im Herbst 2018 ist die brasilianische Demokratie in Gefahr.
'Man kann Bücher füllen mit den antidemokratischen, rassistischen, frauenfeindlichen, homophoben und gewaltverherrlichenden Sätzen des nächsten brasilianischen Staatsoberhaupts,' schrieb die 'Süddeutsche Zeitung' im September 2018.
Nach dem Putsch (unterstützt von Justiz und Parlament) von 2016 gegen die Präsidentin Dilma Rousseff von der PT (Partido dos Trabalhadores) wurde systematisch die Verurteilung und Festnahme von Ex-Präsident Lula vorangetrieben, um mit allen Mitteln seine erneute Kandidatur Ende Oktober 2018 zu verhindern.
Der Wahlkampf des geradezu faschistisch anmutenden Kandidaten Bolsonaro zeichnete sich aus durch Fake News und Hassreden u.a. gegen Schwarze, Indianer, Homosexuelle, Arme und die Opposition. Die Justiz schaute dabei tatenlos zu oder unterstützte sogar dieses Vorgehen. Bedrohungen waren an der Tagesordnung, und Morde wurden mit den Rufen'Bolsonaro' an Minderheiten verübt.
Unrechtmäßig nutzten die evangelikalen Kirchen 'Assembleia de Deus' und 'Igreja Universal de Reino de Deus' ihre Räume als Propagandaveranstaltungen, indem u. a. Großleinwände installiert wurden und Bolsonaro direkt zu den Anwesenden über Video sprach. Ebenso geschah dies in Kasernen.
Die demokratisch erarbeitete Verfassung trat 1988 in Kraft, nach 21 Jahren Militärdiktatur. Während jener Jahre herrschten obskure Generäle, die mit Folter und Terror, ohne Pressefreiheit, ohne Recht und Gesetz die Staatspolitik durchsetzten. Bürgerinitiativen und Opposition wurden in grausamer Weise verfolgt. Erinnerungen an diese Ära werden nun wachgerufen und diese Epoche verharmlost.
Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist das einzige Land auf dem südamerikanischen Kontinent, in dem Portugiesisch gesprochen wird. 48% der Bevölkerung bezeichnen sich als weiß. Es gibt dafür keine wissenschaftlichen und unabhängigen Kriterien, die die ethnische Zusammensetzung der brasilianischen Bevölkerung analysieren können, doch offensichtlich ist die Mehrheit dennoch nicht weiß.
Es ist das größte Land Südamerikas und das 5. größte Land der Erde. Der Staat hat 26 Bundesländer plus 'Distrito Federal' (Brasilia) mit 5570 Gemeinden; Brasilien hat das 8. größte Bruttosozialprodukt der Welt und steht im Exportgeschäft von Soja, Zucker, Eisen, Fleisch, Holz, Edelsteinen usw. ganz vorn; gigantische Ölvorkommen wurden entdeckt und 60% vom Amazonas gehören zu Brasilien. Kurzum - ein Gigant, der hier ins Wanken geraten ist.
Ziel dieser Veranstaltung ist es, die aktuellen Vorkommnisse in Brasilien zu schildern und eventuelle Folgen für Südamerika und für die Welt zu reflektieren und zu diskutieren.
Die Referenten Christiane Rothvoss und Marcos Pereira haben lange in Waltrop gelebt und zuletzt im brasilianischen Bundesstaat Paraíba.



Christiane Rothwoss und Marcos Pereira da Silva
Donnerstag, 13.12.2018
19.30 Uhr
Haus der Bildung und Kultur (HBK)
Eintritt frei
Homepage der VHS Waltrop

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