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Waltrop: 1010

»Die drei Jahre zwischen 1966 und 1969 verliefen wie im Rausch, mal strahlend hell, mal im tiefsten Dunkel, euphorisch und verzweifelt, fast wie im Kino. Nur mit dem Unterschied, dass wir keine Zuschauer waren, sondern Akteure, mittendrin. Die Zeit hat uns geprägt, und wir haben die Zeit geprägt. Das gilt bis heute.«
Gretchen Dutschke interpretiert die kurze Geschichte der »68er« als eine antiautoritäre Kulturrevolution, in deren Folge sich die Entwicklung hin zu einer offenen, demokratischen und toleranten Gesellschaft in der Bundesrepublik vollzog - gegen alle Widerstände abweichender Interpretationen infolge der Ereignisse, die zum sogenannten Deutschen Herbst führten.
Nicht zufällig erscheint zum 50-jährigen Jubiläum der 68er-Bewegung Gretchen Dutschkes bilanzierende Einordnung der Geschehnisse. Als Frau des »Visionärs der Studentenrevolte«, Rudi Dutschke, vermag sie es, als unmittelbar Beteiligte zu sprechen, hat sich dabei aber stets den Blick einer aus Amerika gekommenen Beobachterin bewahrt.
So liest sich »1968. Worauf wir stolz sein dürfen« für diejenigen, die sich aus eigener Erfahrung an die Bewegung der 68er erinnern, wie ein aufschlussreiches Kaleidoskop des Geschehenen. Für die Nachgeborenen verzeichnet es die Errungenschaften dieser Kulturrevolte in Deutschland als Narrativ deutscher Nachkriegsgeschichte.
Gretchen Dutschke, geboren in Oak Park, Illinois, ging 1964 zum Studium der Theologie nach Deutschland, wo sie in Westberlin Rudi Dutschke kennenlernte. 1966 heirateten sie.
Nach dem Attentat am 11. April 1968, das Rudi Dutschke schwer verletzt überlebte, begann für die Familie eine jahrelange Odyssee durch verschiedene europäische Länder. 1971, ausgewiesen aus Großbritannien, ließ sie sich in Dänemark nieder, wo Gretchen Dutschke Seminare an der Universität Aarhus anbot. Am 24. Dezember 1979 starb Rudi Dutschke nach einem epileptischen Anfall, späte Folge des Attentats.
Das dritte Kind des Paares wurde erst nach dem Tod Dutschkes geboren. 1985 ging Gretchen Dutschke in die USA zurück, kehrte aber 2009 wieder zurück nach Deutschland. Sie lebt in Berlin. 1996 erschien von ihr eine Biographie über Rudi Dutschke, 2003 eine Edition der Tagebücher Dutschkes.



N.N.
Donnerstag, 11.10.2018
20.00 Uhr
19.30 Uhr
Haus der Bildung und Kultur (HBK)
9,50 EUR
Vorverkauf
11,00 EUR
Abendkasse
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